Von digitalen Fußmatten und intelligenten Mausefallen

Landkreis Gießen informiert beim Digitaltag in Lich über seine „Smart-Region-Strategie“

Ein Sensor, der den Pegelstand von Flüssen meldet, eine Fußmatte, die Angehörige von Demenzkranken informiert, wenn diese das Haus verlassen, eine Brille, mit der man auf Entdeckungsreise in einem Museum gehen kann – all das und viele weitere Beispiele für digitale Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag konnten Interessierte beim Digitaltag in der Kreisvolkshochschule in Lich kennenlernen.

„Hier können heute alle erleben, was Digitalisierung bedeutet und was sie den Menschen für Vorteile bringt“, sagte Landrätin Anita Schneider zur Begrüßung. Für die Umsetzung seiner „Smart-Region Strategie“ habe der Landkreis als eine von 73 Modellkommunen bis zum Jahr 2027 8 Millionen Euro zur Verfügung, die er dafür einsetzen werde, den Menschen mit Projekten zur Digitalisierung den Alltag zu verbessern und zu erleichtern. „Dabei wollen wir allen die Teilhabe ermöglichen“, betonte die Landrätin. „Wir wollen das Projekt in der Bürgerschaft verankern.“

Die vielen Interessierten, die zum Digitaltag gekommen waren, konnten Einblick in die verschiedenen Schwerpunkte der „Smart-Region-Strategie nehmen. So stellte Cosima Wiemer, Projektmanagerin des Schwerpunkts „Smart gebildet“, die Angebote der Volkshochschule zum Thema Digitalisierung ebenso vor wie die geplanten Treffpunkte, „Social Hubs“, wo man sich informieren und austauschen kann. Ganz praktisch ausprobieren konnten die Gäste eine VR-Brille, die virtuell Szenen simuliert und sie in digitale Welten transportierte.

Digitale Unterstützung im Alltag für pflegende Angehörige

Für den Projekt-Schwerpunkt „Smart umsorgt“ präsentierte Projektmanager Mike Wallraf  altersgerechte Assistenzsysteme (AAL) wie einen Rollator mit GPS-Tracker, eine digitale Leselupe oder eine Matte, die Angehörige alarmiert, wenn ein demenzkranker Mensch seine Wohnung verlässt. Diese Hilfsmittel, die es möglichst lange ermöglichen sollen, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, werden künftig dauerhaft in einer Modellwohnung ausgestellt.

Das Thema „Data Hub“ stellte Projektmanager Björn Langer vor. Er erklärte die Funktion und die Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Sensoren, mit denen beispielsweise Verkehrs- und Umweltdaten oder sogar die Funktion von Mausefallen überwacht werden – letzteres in großen Gebäuden durchaus hilfreich.

Die Möglichkeit zum Mitmachen und zur digitalen Beteiligung beim Projekt gibt es auf der Beteiligungsplattform, die Projektleiter Felix Reinhardt vorstellte. Und im Foyer der vhs begrüßte Roboter Furhat an einem Stand der Technischen Hochschule Mittelhessen die Eintretenden nicht nur, er stand auch für Gespräche in über 40 Sprachen zur Verfügung.

Mehr Informationen zum Smart-Region-Projekt und die Möglichkeit zum Mitmachen gibt es unter seimitdabei.lkgi.de.

Und wer „live“ in die Möglichkeiten des Digitalen hinein schnuppern möchte, der kann an einer digital angereicherten Wanderung teilnehmen, die die vhs anbietet: Am Samstag, 22. Juni, geht es von 13.30 bis 17.30 Uhr auf eine kulturhistorische Tour zwischen Muschenheim und Arnsburg, auf der Denkmale aus fünf Jahrtausende Menschheitsgeschichte zu finden sind. Modernste digitale Technik ermöglicht dabei einen Blick in den Boden.

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